Hydroponische Wachstumsmedien

Bis heute gibt es kein perfektes Substrat. Jedes Substrat hat Vor- und Nachteile. Es gibt nicht das eine Substrat, welches für jedes Hydroponik-System und für jede Pflanze geeignet und empfehlenswert ist. Daher ist die Wahl des Substrates besonders wichtig für die Kultivierung. Das mag erstmal sehr kompliziert klingen. Das ist es aber nicht. Die Eigenschaften der Substrate sind nämlich hinlänglich bekannt.

Hydroponische Wachstumsmedien

Anforderungen an Substrate:

  • pH-Wert < 6,5
  • Hohe Kapillarität
  • Hohe Luftkapazität
  • Geringer Salzgehalt
  • Hohe Wasserkapazität
  • Hohe Strukturstabilität
  • Gute Wiederbenetzbarkeit
  • Geeigneter Nährstoffgehalt
  • Geringe mikrobielle Aktivität
  • Frei von Unkraut und Schaderregern

Kein Substrat erfüllt all diese Kriterien gleichzeitig. Deswegen werden oftmals Substrate miteinander vermischt oder vorbehandelt.

Kokosnussfasern

Kokosnussfasern (engl. Coconut Coir) stammen von der Nussrinde und sind ein Abfallprodukt der Kokosnussindustrie. Es wird aus den braunen Schalen, die die Kokosnussschale umgeben, gemacht.

Was dies zu einem der effizientesten Anbaumedien für Hydroponik Kultur macht. Es ist es völlig organisch, hoch inert und kann Wasser sehr gut speichern. Es hat ein gutes Luft-Wasser-Verhältnis, das Pflanzen vor dem Ertrinken bewahrt!

Kokosnussfasern sind umweltfreundlich und erneuerbar. Das unbenutzte Material kann kompostiert werden. Diese machen Kokosnussfasern zu einem so häufig verwendeten Material für Hydroponik Kultur in letzter Zeit.

Kokosnussfasern kann allein oder mit anderen Anbaumedien wie Perlit-, Tongranulat verwendet oder gemischt werden. Eine gängige Formel die von Gärtnern gerne verwendet wird sind 50% der Kokosnussfasern und 50% Tongranulat.

Perlit

Perlit (engl. Perlite) ist ein sehr häufiges Anbaumedium, das es seit Jahren gibt, normalerweise wird es von traditionellen Gärtnern verwendet um Bodenmischungen eine gute Belüftung zu verleihen.

Als abgebautes Material, in Form von Vulkanglas wird Perlit unter intensiver und schneller Hitze erzeugt. Dann kommen unzählige winzige Blasen wie Popcorn heraus, daher ist es sehr leicht und porös.

Der große Vorteil von Perlit ist die exzellente Entwässerung. Dementsprechend speichert Perlit nur geringe Mengen an Wasser ein. Dafür werden die Wurzeln jedoch sehr gut mit Sauerstoff versorgt.

Nachteilig ist hingegen die geringe Wasserkapazität von Perlit. Um diese zu optimieren, wird Perlit häufig mit Vermiculit gemischt (Verhältnis 1:1).

Vermiculit

Vermiculit ist eine Form von hydratisierten laminaren Mineralien, die Glimmern ähneln. Genau wie Perlit wird Vermiculit verarbeitet indem das Material extremer Hitze ausgesetzt wird, um zu kleinen sauberen und geruchlosen Pellets zu werden.

Vermiculit ist ein ausgezeichnetes bodenloses Pflanzmedium. Es ist ungiftig, steril, feuchtigkeitsbeständig und hat einen nahezu neutralen pH-Wert.

Darüber hinaus ist das Material sehr leicht und kann Wasser sehr gut speichern. Dennoch ist die Belüftung nicht so gut wie bei Perlit.

Wird Vermiculit alleine als Substrat verwendet, können die Wurzeln schnell verrotten. Daher empfiehlt sich Vermiculit mit Perlit zu mischen (Verhältnis 1:1), weil Perlit die Entwässerung fördert.

Blähton

Blähton oder Hydroton bezeichnet sind kleine runde Kugeln etwa so groß wie Murmeln. Sie werden durch Erhitzen und Ausdehnen von Tonen zu Tausenden von kleinen blasenförmigen Kugeln erstellt.

Insgesamt ist dies ein großartiges und effektives Anbaumedium für den hydroponischen Gebrauch.

Die runde und poröse Form macht Tonpellets zu einem unglaublich ausgewogenen Wasser zu Sauerstoffmedium. Dieses neutrale pH-Medium ist wiederverwendbar. Menschen können es reinigen, sterilisieren und wiederverwenden.

Für die Hydroponik ist Hydroton wegen seiner hohen Luftkapazität ein beliebtes Substrat. Zwischen den Partikeln ist viel Platz für Sauerstoff. Die Wurzeln können sich leicht ausbreiten und sind schwierig zu überwässern.

Steinwolle

Ursprünglich ist Steinwolle als Dämmstoff bekannt. Steinwolle (engl. Rockwool) besteht aus sterilen, porösen Material, hauptsächlich aus Granit und/oder Kalksteingestein, die bis zum Schmelzen erhitzt und dann zu superdünnen und langen Fasern versponnen werden. Steinwolle hat viele positive Eigenschaften, aber auch gravierende Nachteile.

Steinwolle besitzt viele Vorteile eines idealen Anbaumaterials wie Mikrobenimmunität und ausgesprochen gutes Luft-Wasser-Verhältnis. Dies schützt Ihre Pflanzen vor Dehydrierung und gibt Pflanzenwurzeln kontinuierliche verfügbare Mengen an Sauerstoff.

Es gibt jedoch ein Wort der Vorsicht über den pH-Wert bei der Verwendung von Steinwolle. Der natürliche pH-Wert des Materials ist in der Regel hoch, was den pH-Wert der Nährlösung verändern kann.

Daher muss die Steinwolle vor der Anwendung in die Nährstofflösung getaucht und der pH-Wert angepasst werden.

Auch der Staub welches das Material abgibt, kann Reizungen verursachen. Daher ist es nicht gut für die Lungen und für die Augen.

Kokoschips

Kokoschips bzw. Kokosgranulat, auch bekannt als Cocopeat ist im Wesentlichen ein Nebenprodukt der Kokosnussindustrie.

Der Unterschied zu den Kokosfasern besteht in der Größe der Partikel. Anders ist daher auch das Luft-Wasser-Verhältnis, was es zu einem der effizientesten Anbaumedien für Hydroponik Kultur macht.

Hervorzuheben ist jedoch die moderate Kationenaustauschkapazität. Dementsprechend können Nährstoffe gut aufgenommen und bei Bedarf wieder abgeben werden. Dies ist ebenfalls für die Keimung hilfreich.

Kokoschips ist umweltfreundlich und erneuerbar. Das unbenutzte Material kann kompostiert werden.

Sand

Boden- und Hydroponik Bauern, würden keinen neuen Sand finden, da er eines der reichlichsten Materialien der Welt ist und für den Bau, den Straßenbau, die Glasindustrie usw. sowie für den Anbau in großem Umfang verwendet wird.

Das ist der Grund, warum Sand jeweils billig oder kostenlos an Orten wie dem Strand erhältlich ist.

Sand besteht aus super kleinen fein geteilten Felsen. Ihre Partikelgröße ist wirklich winzig, so dass Wasser nicht schnell austrocknet.

Jedoch speichert Sand schlecht Luft und relativ wenig Wasser ein. Um die Luftspeicherkapazität zu erhöhen, kann Sand mit Perlit oder Blähton gemischt werden. Ebenso sollte beim Kauf auf eine große Körnung geachtet werden, um die Lufteinschlüsse zu erhöhen.

Vor der Verwendung muss der Sand gründlich abgespült und sterilisiert werden, um alle Staubpartikel und organische Anteile zu entfernt.

Kies

Dieses Material wurde schon sehr früh mit großem Erfolg verwendet. Ursprünglich wurde Kies aufgrund seiner guten Entwässerung viel in Ebbe- und Flutsystemen eingesetzt.

Als fragmentierte Medien aus strapazierfähigen Gesteinen wie Sandstein, Kalkstein oder Basalt sind die Zwischenräume zwischen jedem Partikel recht groß.

Das hilft den Wurzeln reichlich Luft zuzuführen. Aber gleichzeitig bedeutet das, dass Kies kein Wasser gut speichert was dazu führen kann, dass die Wurzeln der Pflanzen schnell austrocknen.

Da Kies aus Felsen sind, ist das Gewicht besonders groß. Aber das bringt einen Vorteil mit sich das es langlebig ist.

Kies kann sterilisiert und deswegen wiederverwendet werden. Zudem ist es günstig bzw. kostenlos.

Holzspäne

Genau wie Sägemehl, Holzspäne oder Fasern sind aus Hölzern. Sie sind also völlig biologisch und eine großartige Option für Menschen, die eine umweltfreundliche Denkweise haben.

Stelle jedoch sicher, dass Holzspäne nicht aus kontaminiertem Holz verwendet werden oder vor der Verwendung sterilisiert werden sollten.

Umso gröber die Hobelspäne sind, desto besser ist die Belüftung der Wurzeln. Späne können relativ gut Wasser speichern. Diese sollten jedoch nicht dauerhaft im Wasser liegen, weil diese sonst verrotten.

Reishülsen

Das normale Nebenprodukt von Reiskulturen sind Reishülsen und in der Regel weggeworfenem Material welches für den bodenlosen Anbau gut genutzt werden.

Es sollte nur die Reishülsen von Paraboiled-Reis verwendet werden, weil diese steril und frei von Schädlingen sind.

Dieses Material ist nicht pH-neutral. Die pH-Werte liegen in der Regel zwischen 5,8 und 7,2.


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